Der 27. Januar – Ein Tag des Erinnerns und des Nachdenkens

20.02.2020

Am 27. Januar 1945, heute vor 75 Jahren, wurde das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau von sowjetischen Truppen befreit. Was diese dort vorfanden, ist bis heute nur schwer in Worte zu fassen. Auschwitz ist seit diesem Tag ein Symbol für den industriellen Massenmord der Nationalsozialisten an Juden, Sinti und Roma, Homosexuellen, (politisch) Andersdenkenden und vielen anderen Gruppen, die nicht zum „Volkskörper“ gehörten.

Mit dem Ziel, dass die Erinnerung an die Verbrechen der Nationalsozialisten wach bliebe und dass über das Geschehene nachgedacht werde, befassten sich auch Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule Much mit eben dieser Thematik.

Am Vormittag gedachte die Jahrgangsstufe 9 der grausamen Verbrechen. Hierzu wanderten alle Schülerinnen und Schüler an die Gedenkstätte Walkweiher und legten symbolisch einen Stein und auch weiße Rosen nieder. Außerdem formulierten sie einige andächtige Worte und hielten während einer Schweigeminute inne.

Am Abend lud die Gemeinde Much zu einer von Frau Britta Rath organisierten Gedenkfeier an die Gedenkstätte Walkweiher im Herzen Muchs ein. Neben Redebeiträgen des Bürgermeisters Norbert Büscher, Vertretern der evangelischen und katholischen Kirche sowie der musikalischen Begleitung durch den Musikverein Marienfeld, richteten Schülerinnen des 10. Jahrgangs der Gesamtschule Much einige nachdenkliche Worte an die, trotz widriger Wetterverhältnisse, zahlreichen Zuhörer.

So erinnerten Josefine K., Julia P. und Anna-Lena G. mit ihrem Text „Mahnung an die Menschheit“ an die unvorstellbaren Dimensionen der Todesfabrik Auschwitz-Birkenau, indem sie aussagekräftige Zahlen und Fakten präsentierten. So wurden etwa 1,1 Millionen Menschen in diesem Lager ermordet; eine Zahl, die etwa der aktuellen Einwohnerzahl Kölns entspricht. 

Kiara L. richtete in ihrem Beitrag den Blick auf die heutige Generation von Jugendlichen, indem sie „Gedanken einer Schülerin“ formulierte. Man könne Geschichte nicht rückgängig, sich aber stark machen, indem man die Geschehnisse nicht verleugne, sondern Anderen verdeutliche. Es gehe nicht um Schuld der heutigen Generation, sondern um die Verantwortung dieser, die damaligen Ereignisse nicht zu vergessen und als moralischen Kompass für eine gemeinsame Zukunft ohne Hass, Hetze, Fremdenfeindlichkeit und Ausgrenzung zu nutzen. Sie schloss mit den Worten: „Ich werde es jedem erklären, der mich fragt: Was ist Auschwitz?“

(Bericht und Bilder von Katharina Koldemir und Mario Kulbach)

 

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Ein Tag des Erinnerns und des Nachdenkens (20.02.2020)